5 (+1) Vorteile vom unverpackten Einkaufen

Von Paula Freese

Dass die großen Mengen an Plastikmüll zu verschiedenen Umweltproblemen führen, ist keine Neuigkeit. Viele von uns versuchen beim Einkaufen auf Plastik zu verzichten. So bieten viele Supermärkte mittlerweile loses Obst und Gemüse an, für das man selbst mitgebrachte Mehrweg-Netze verwenden kann. Auch auf Märkten kann man frische Lebensmittel unverpackt einkaufen. Wenn es aber um Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Kichererbsen oder Hygieneprodukte geht, wird es doch komplizierter. Plastikfreie Alternativen gibt es meistens nur im Unverpackt-Laden, und der ist in den häufigsten Fällen nicht gerade um die Ecke. Warum es sich trotzdem lohnt, den Umweg in Kauf zu nehmen, erfährst du hier.

Spare Verpackungsmüll ein

Fangen wir mit dem größten und offensichtlichsten Vorteil an. Wusstest du, dass 95% des Plastiks, das je produziert wurde, immer noch immer noch existiert? Im Jahr 2019 fiel in Deutschland pro Einwohner durchschnittlich rund 38 Kilogramm Verpackungsmüll aus Plastik an. Das klingt erstmal gar nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass das meiste Plastik kaum etwas wiegt, kann man sich vorstellen, dass das eine ganz schöne Masse ist, und die wächst immer weiter! Nur die Hälfte davon kann überhaupt recycelt werden, der Rest wird verbrannt (mit verheerenden Folgen für die Umwelt) oder exportiert*. Das muss sich ändern!

Trage zu geringeren Emissionen und Ressourcenverbrauch bei

Plastikfolie wird aus umweltschädlichem Erdöl hergestellt. Andere Materialien wie Aluminium und Glas lassen sich zwar recyceln, allerdings nur unter einem sehr hohen Energieaufwand. Abgesehen davon wird bei dem Transport von Glas aufgrund des Gewichts sehr viel CO2 frei. Du verhinderst also nicht nur, dass die Plastikberge immer größer werden, sondern du sparst auch Ressourcen, wie Wasser, Energie und verschiedene Rohstoffe, sowie CO2 Emissionen ein.

Wähle deine Menge individuell

Du brauchst nur 200g Mehl und weiß gar nicht, was du mit dem ganzen Kilo anfangen sollst, weil du sonst eigentlich nie backst? Kein Problem! Im Gegensatz zu abgepackten Lebensmitteln kannst du dir bei uns ganz frei aussuchen, wie viel du wirklich brauchst. Dies hat nicht nur einen persönlichen Vorteil für dich, sondern trägt auch dazu bei, Lebensmittelverschwendung vorzubeugen

Konsumiere bewusst

Zugegeben, unverpackt einzukaufen bedeutet auch mehr Aufwand: Du musst dir vorher überlegen, was du kaufen möchtest und die geeigneten Behältnisse selbst mitbringen. Das bedeutet aber auch, dass du automatisch nur das kaufst, was du auch wirklich gerne essen möchtest. Unverpackt Läden sind stets bemüht ihr Sortiment über regionale Anbieter zu beziehen. Dies schont nicht nur Ressourcen (womit wir wieder beim zweiten Punkt wären) ein, sondern unterstützt auch die lokale Wirtschaft. Daraus leitet sich auch der vierte Vorteil ab:

Ernähre dich gesund

In vielen Unverpackt-Läden findet man hauptsächlich Bio-Produkte. Sie sind zudem oft auf eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Lebensmitteln ausgelegt. Jemand, der größtenteils unverpackt einkauft, ernährt sich tendenziell also automatisch gesünder. Bei den meisten Produkten sieht man außerdem auf den ersten Blick, was drin ist. Allergiker oder Veganer können also auf das lästige studieren der ewig langen Zutatenliste verzichten.

Unterstütze Umweltprojekte

Das ist eher ein Bonus-Vorteil. Manche Unverpackt-Läden werden von Vereinen oder gemeinnützigen Organisationen betrieben. Ein Beispiel hierfür wäre der Fairkaufswagen in Oberhessen. Die Einnahmen fließen dann direkt in weitere soziale Projekte oder Umweltprogramme. So tut man der Umwelt beim Einkaufen also sogar auf doppelte Weise etwas Gutes! Durch die Gemeinnützigkeit kannst du außerdem davon ausgehen, dass die Betreiber von den Produkten, die sie anbieten, wirklich überzeugt sind, denn dann geht es nicht um den größten Profit, sondern darum, etwas zum Positiven zu verändern.

Genau so einen Laden wollen wir als Verein auch auf die Beine stellen! Sollte unser Projekt „Unpackaged Ostfriesland“ tatsächlich umgesetzt werden können (wir arbeiten derzeit emsig an der Finanzierung), dreht schon bald ein mobiler und gemeinnütziger Unverpacktladen in Ostfriesland seine Runden!

Übrigens, falls du jetzt denkst, dass du alleine sowieso keinen Unterschied machen kannst, denk doch mal an die Zahl von vorhin: 38 Kilogramm Hausmüll pro Kopf. Wenn du deinen Verpackungsmüll nur um die Hälfte reduzierst, sind das immerhin schon rund 19 Kilogramm weniger. Das ist definitiv nicht nichts!

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*Falls du mehr darüber erfahren möchtest:
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/22033.html#:~:text=Kunststoffabf%C3%A4lle%20in%20Deutschland%20%2D%20eine%20%C3%9Cbersicht&text=Letztere%20waren%202019%20mit%205,Tonnen%20f%C3%BCr%20circa%2015%20Prozent.
*² Auch das ist eine sehr interessante Problematik! In Deutschland werden jedes Jahr Lebensmittel im Wert von unfassbaren 20 Milliarden Euro weggeworfen. Falls du dir eine Übersicht darüber schaffen willst, ist die Verbraucherzentrale sehr empfehlenswert:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/auswaehlen-zubereiten-aufbewahren/lebensmittel-zwischen-wertschaetzung-und-verschwendung-6462#:~:text=Jahr%20f%C3%BCr%20Jahr%20landen%20in,von%20circa%2020%20Milliarden%20Euro

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