Workshop:

Plastikfrei leben: Unverpackt und selbstgemacht

Norderney, bade:haus – Prof. Dr. Menger Saal, 30. November 2019, 15-18 Uhr

Was genau bedeutet Plastik für die Umwelt? Wie viel wird wirklich recycled? Und vor allem: Was können wir als Individuen tun um unseren Plastikkonsum zu begrenzen?

Diese und ähnliche Fragen wurden am vergangenen Samstag unter der Leitung von Elisa Bodenstab im Badehaus diskutiert. Entsprechend dem Motto „Plastikfrei Leben – Unverpackt und Selbstgemacht“ lud der Norderneyer Verein Perpetuum Mobility zum dritten Workshop der EU-geförderten Veranstaltungsreihe „Society Clean Up“ ein. Insgesamt 10 Teilnehmer tauschten ihr Wissen zum Thema Plastik und Plastikvermeidung aus und stellten danach gemeinsam Deo her. Dabei war schnell klar, dass Plastik ein fester Bestandteil unseres Lebens ist und in vielen Bereichen einige Vorteile bietet. Man kann sich zum Beispiel Autos, Laptops oder auch die Medizintechnik ohne Plastik kaum vorstellen. Jedoch stand ebenso schnell fest, dass besonders Einwegplastik ein Problem ist und gravierende Folgen für Mensch und Umwelt hat.

„Mehrere Menschen wissen immer mehr als einer allein. Es ist uns wichtig, den Austausch anzuregen.“ – Elisa Bodenstab.

Nach einer Runde „Zero Waste Bingo“, bei dem die Teilnehmenden sich konkret damit auseinandersetzen konnten, welche Schritte die anderen im Raum schon gehen, wurde das Thema „Plastikfrei leben“ in Gruppenarbeiten vertieft. Elisa Bodenstab dazu: „Mehrere Menschen wissen immer mehr als einer allein. Es ist uns wichtig, den Austausch anzuregen.“ Dabei ging es erstens um Schritte, die man selbst umsetzen kann und zweitens darum, auch Strategien für seine Region zu entwickeln. Pro Kopf liegt der Verpackungsverbrauch des Durchschnittsdeutschen jährlich bei 220,5 Kilogramm – damit liegen wir weit über dem europäischen Durchschnitt von 167,3 Kilogramm pro Kopf. Diese Zahlen machen klar, dass wir in der Verantwortung stehen etwas an unserem Konsumverhalten zu ändern. Die Ergebnisse waren erste Schritte um dieses umzusetzen. So ging es von „Shampoobars nutzen“ über „Putzmittel selbst herstellen“ bis hin zu „einfach auf Verpackungen beim Einkaufen verzichten“. Besonders für Norderney und ähnliche Regionen entstanden viele kreative Ideen. So könne man Gemeinschaftstaxis nutzen, die Foodsharing App „Too Good To Go“ einführen oder Umweltunterricht anbieten.

Nach dem gemeinsamen Ideensammeln präsentierte Frau Bodenstab einige positive Praxisbeispiele, wie die Initiative „Einmal ohne bitte“ oder den „Ballot Bin“, ein Aschenbecher mit Wahlmöglichkeit. Die Teilnehmer waren besonders begeistert von der App „ReplacePlastic“, mit der man sich gemeinschaftlich über Plastikverpackungen beschweren kann und konnten nebenbei den essbaren Eislöffel von Spoontainable kosten. Außerdem gibt es Projekte wie „Plastikfreie Küste“ des BUND, unter dem die Ziele „Mehrweg statt Einweg“, „Plastikbewusste Ferienunterkünfte“ und „Unverpackt Einkaufen“ angegangen werden.

„Es ist besonders wichtig, das, was schon vorhanden ist aufzubrauchen, statt es direkt auszutauschen,“ so eine der Teilnehmerinnen.

Bei einer kurzen Teepause legte sich jeder Teilnehmer auf einen Schritt fest, den er in Zukunft umsetzen möchte. Eine Teilnehmerin hierzu: „Es ist besonders wichtig, das, was schon vorhanden ist aufzubrauchen, statt es direkt auszutauschen. Sobald es dann leer ist, wird es nicht noch mal gekauft und gegebenenfalls ersetzt.“ Auch wurde erwähnt, dass „weniger faul sein und sich zu besinnen warum man etwas tut“ ungemein wichtig sei. Am Ende sollten aber nicht nur Ideen gesammelt, sondern auch umgesetzt werden. So wurde relativ einfach selbst Deo aus natürlichen Materialien hergestellt, das die Teilnehmer später mitnehmen konnten. So gingen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende nicht nur mit einem gesteigerten Bewusstsein für Plastikvermeidung und einem konkreten Schritt nach Hause, sondern auch mit einem praktischen Produkt, das sie mit gutem Gewissen nutzen können.

„Besonders so kurz vor Weihnachten ist es eine Möglichkeit, Geschenke selbst herzustellen und ‚etwas Nachhaltiges‘ zu verschenken,“ sagte eine der Teilnehmerinnen.

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