Workshop:

Nachhaltiger Konsum: Lebensmittel und Ernährung

Norderney – Küche der Grundschule Norderney, Jann-Berghaus-Straße 56, 29. Januar 2020, 17-19.30 Uhr

Ungefähr ein Drittel unserer Lebensmittel werden weggeworfen. Hierbei stellt der gesamte Prozess inklusive Produktion, Transport, Verpackung und Entsorgung ein Umweltproblem dar. In diesem interaktiven Workshop haben wir uns deshalb mit den Problemen der Lebensmittelverschwendung, CO2-Fußabdrücken einzelner Produkte und allerlei Lösungen beschäftigen, um Lebensmittel nachhaltig zu konsumieren.

Am 29. Januar wurde unter der Leitung von Elisa Bodenstab in der Grundschulküche Norderney diskutiert, gespielt und selbstgemacht. Entsprechend dem Thema „Nachhaltiger Konsum – Lebensmittel und Ernährung“ lud der Norderneyer Verein Perpetuum Mobility zum vierten Workshop der EU-geförderten Veranstaltungsreihe „Society Clean Up“ ein. Insgesamt 10 Teilnehmer tauschten ihr Wissen zum Thema „nachhaltiger Konsum von Lebensmitteln“ aus und stellten danach gemeinsam Bienenwachstücher her. Schnell wurde klar, dass es bei diesem Thema kein schwarz und weiß gibt. Unsere täglichen Konsumentscheiden sind ein ständiges Abwiegen von Pro und Kontra. „Nehme ich die unverpackten Äpfel aus Spanien oder die Deutschen, die aber in der Verpackung sind?“, war hier ein beispielhafte Fragestellung.

„Jeder hier macht schon so viel richtig und ist damit eine Inspiration für andere. Das Wissen muss geteilt werden und dient gleichzeitig als Beispiel, dass nachhaltiger Konsum nicht schwer sein muss.“ – Elisa Bodenstab.

Schon in der Vorstellungsrunde ging es um Wertvorstellungen und viele konkrete Schritte, die die Teilnehmenden bereits umsetzen. Vom mitgebrachten Beutel über energiesparende Haushaltsgeräte bis zum Pflanzen des eigenen Gemüses war alles mit dabei. Nach einer Runde „1, 2 oder 3“, bei der es um Zahlen und Fakten ging, erarbeiteten sich die Teilnehmenden individuelle CO2-Fußabdrücke von einzelnen Lebensmitteln und sortierten verschiedenes Obst und Gemüse den passenden Saisons zu. Besonders in den anschließenden Diskussionen wurde klar, dass jeder durch kleine Aktionen etwas verändern kann. „Einfach muss es sein. Sobald es kompliziert wird, will man sein Verhalten ungern ändern,“ so eine Teilnehmerin. „Und es muss schnell gehen,“ schloss sich die nächste an. So kann man entsprechend dem Saisonkalender für Gemüse versuchen, einmal im Monat etwas davon zu kochen, einmal die Woche einen vegetarischen Tag machen oder einfach bewusster auf die Herkunft und Inhaltsstoffe der Lebensmittel beim Einkaufen achten.

Frau Bodenstab stellte im Folgenden verschiedene positive Praxisbeispiele aus Deutschland und Europa vor, so auch die Initiative „Einmal ohne, bitte“, bei der Geschäfte durch Sticker signalisieren, dass eigene Behälter mitgebracht werden können. Besonders begeistert waren die Teilnehmenden von Apps wie ReplacePlastic oder Too Good To Go. Auch auf Norderney gibt es gute Beispiele, wie den ReCup, mit dem Einwegbechern ausgewichen werden kann, oder die Initiative „Verwenden Statt Verschwenden“, die zum Wegwurf verurteilte Lebensmittel von Supermärkten kostenlos weiterverteilen. Wer Interesse hat, kann jeden Samstag um 9:30 Uhr zur Grundschulküche kommen – natürlich mit Mehrweg-Beutel. Elisa Bodenstab dazu: „Jeder hier macht schon so viel richtig und ist damit eine Inspiration für andere. Das Wissen muss geteilt werden und dient gleichzeitig als Beispiel, dass nachhaltiger Konsum nicht schwer sein muss.“

„Wir sollten auf Qualität statt Quantität achten und den Lebensmitteln wieder den Wert geben, den sie verdienen,“ meinte eine Teilnehmerin.

Auch die Teepause wurde dem Motto entsprechend angepasst. Tee und Kaffee nur lose. Obst und Nüsse. Gebäck aus der Tupperdose. Dazu gab es Brot nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum, das der Inselmarkt Manfred Kruse beisteuerte und Buttermilch von „Verwenden Statt Verschwenden“. Das Essen, das der Durchschnittsdeutsche pro Jahr wegwirft, ist 235 Euro wert. Zahlen wie diese machen klar, dass wir in der Verantwortung stehen etwas an unserem Konsumverhalten zu ändern. „Wir sollten auf Qualität statt Quantität achten und den Lebensmitteln wieder den Wert geben, den sie verdienen,“ bestätigte eine Teilnehmerin. Als Konsequenz nahm sich jeder vor, konkrete Schritte umzusetzen, egal ob eine neue App oder die Biokiste vom Biolandhof Agena in der Krummhörn zu testen.

Da nicht nur Informationen ausgetauscht und Ideen gesammelt werden sollten, ging es in die Umsetzung. Jeder Teilnehmer konnte sich unter Anleitung von Franziska Rehage ein individuelles Bienenwachstuch herstellen. So gingen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende nicht nur mit einem gesteigerten Bewusstsein für nachhaltigen Konsum und konkreten Schritten nach Hause, sondern auch mit einem praktischen Produkt, das sie mit gutem Gewissen nutzen können.

Die Organisatoren von Perpetuum Mobility e. V. freuten sich über den Erfolg des Workshops und die zufriedenen Teilnehmer. Hierbei ein großes Dankeschön für die Unterstützung des Europäischen Solidaritätskorps. Die nächste Veranstaltung ist für den 12. Februar zum Thema „Nachhaltiger Valentinstag“ angesetzt. Hier wollen wir spielerisch herausfinden, was unsere Werte mit Nachhaltigkeit zu tun haben und vor allem Spaß haben. Vorschläge für weitere Themen, Ideen und Anregungen werden auch immer gerne unter info@perpetuummobility.de entgegengenommen.

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