Workshop:

Upcycling als Strategie

Norden – TOMTEs HOF, 31. Januar 2020, 16 -20 Uhr

Viele Produkte haben heutzutage kaum noch einen Wert und werden nur für kurze Dauer verwendet bevor sie weggeworfen werden. Aber was passiert danach mit ihnen? Wie können wir Müll vermeiden? Und wie kann man Materialien durch „Upcycling“ einen neuen Wert geben?

Am 31. Januar wurde unter der Leitung von Elisa Bodenstab von Perpetuum Mobility e. V. mit Assistenz von Franziska Rehage auf TOMTEs HOF in Norden diskutiert, gebastelt und entwickelt. In der 4 Stunden langen Veranstaltung ging es für das Team von Tomtes Hof e.V.  nicht nur um Basteln mit Müll, sondern auch darum wie man diesen vermeiden kann oder Upcycling als Strategie für den Verein nutzen könnte. Insgesamt 11 Teilnehmende tauschten dabei ihr Wissen aus und inspirierten die Anderen mit individuellen Verhaltensweisen, durch die bereits Verpackungen reduziert werden. Es wurde schnell klar, dass „Upcycling“ allein nur der letzte Schritt sein kann. Vielmehr stehen Müllvermeidung und ein bewusster Umgang mit Ressourcen im Vordergrund.

Nach einem herzlichen Willkommen und dem Definieren der Veranstaltungsziele, ging es darum das Team besser kennenzulernen. Bei Fragen wie „Wer nutzt beim Einkaufen am wenigsten Plastik?“ oder „Wer ist am kreativsten?“ konnten sich die Teilnehmende einer Linie entlang positionieren und die Grundlage für spätere Gruppenaufgaben zu schaffen. Spannend war besonders die Einsicht, dass Begriffe wie „kreativ“ oder „nachhaltig“ oft unterschiedlich definiert wurden und nicht von Person zu Person übertragbar waren.

Bei einem Umweltquiz traten die „Alten Jutesäcke“ gegen die „BaWüs“ und die „Glitzer-Schafe“ an. Nachdem die alten Jutesäcke sich bei Fragen wie „Wie viel Prozent unseres Plastikmülls wird zu neuen Produkten umgewandelt?“ einen Vorsprung erarbeiteten, holten die anderen Teams kurzzeitig auf, konnten einen Sieg aber nicht mehr verhindern. Besonders erstaunt waren die Teilnehmende darüber, dass die meisten Kleidungsstücke nur vier Mal getragen werden oder eine Kinderwindel 450 Jahre im Meer benötigt bis sie sich zersetzt hat. Dass wir wöchentlich die Menge Mikroplastik aufnehmen, die einer Kreditkarte entspricht, ist dabei noch eine andere Geschichte.

Die große Frage nach diesen Zahlen war: „Was können wir tun?“.

Anhand der 5 R’s (Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot) wurden anhand konkreter Beispiele Handlungsstrategien für den eigenen Alltag entwickelt und ausgetauscht. Jeder Teilnehmende erarbeitete sich hierbei einen persönlichen Schritt, den er in Zukunft umsetzen kann, wie z.B. hochwertige Schokolade unverpackt aus der Schokoladenmanufaktur zu kaufen. Das Team konnte sich gegenseitig mit vielen Ideen und Erfahrungen bereichern und auch der Spaß kam nicht zu kurz. So sorgte zum Beispiel der Bericht über den Bikini aus Fischernetzen, dank der bildlichen Vorstellungskraft einiger Teilnehmender, für allgemeine Heiterkeit. Großen Anklang fand der Austausch über Einkaufsmöglichkeiten für regional produzierte Produkte, wie der schon von einigen genutzten „ostfriesischen Milchkanne“, einem örtlichen Geschäft für regional und ökologisch produzierte Milchprodukte und andere Lebensmittel.

Nachdem die Begriffe Re-, Down- und Upcycling gemeinsam definiert wurden, war es Zeit für eine kleine Pause mit leckerer, veganer Kartoffelsuppe, welche eine der Mitarbeiterinnen des Hofes vorbereitet hatte. Gestärkt ging es weiter mit der „Best-Practice-Präsentation“, in der Elisa Bodenstab einige Beispiele für Upcyling als Geschäftsmodell, sowie eine Fülle an Ideen für nützliche Bastelarbeiten vorstellte.

Jetzt heißt es Teamwork!

Im praktischen Teil waren Teamwork und Kreativität gefragt. In drei Gruppen erarbeiteten sich die Teilnehmenden nach der Design Thinking Methode Wege, um aus Müll Neues zu machen. Dabei ging es vom Problem über die Idee zu Prototypenentwicklung. Wichtig war vor alles eins: Kein „ja, aber..“ und „einfach machen“. Mit viel Begeisterung wurde mit verschiedensten Müllarten, die in den Wochen vorher gesammelt wurden, experimentiert, gestaltet und erlebt. Von der Marionettenraupe aus Plastikblumentöpfen, über Schreibtisch-Organizer und Seifenablagen bis hin zu Schmuck aus Strohbändern war alles dabei. Besonders das Spinnen von Garn aus alten Plastiktüten war ein einfallsreiches Beispiel für die Wiederverwertung von Altem. So kamen Teilnehmende nicht nur auf bekannte Upcycling Produkte, sondern gestalteten gemeinsam Dinge, die nicht nur fantasievoll, sondern auch nützlich waren. Während die Produkte den anderen Teams präsentiert wurden, erklärten die Gestalter warum gerade ihr Produkt das Beste sei und was dieses ausmacht.

Zu guter Letzt wurde mithilfe des „Workshop Design Canvas“ den Teilnehmenden eine einfache und gut umsetzbare Methode zur Ideenfindung und Planung eines Workshops nahegebracht. Diese wurde direkt genutzt, um in den Gruppen Aktionen im Rahmen der Vereinsarbeit zu gestalten. Die Teilnehmenden äußerten sich positiv überrascht von der Fülle an Information und wie leicht das Arbeiten mit dem Canvas zu einem konkreten Grundgerüst für einen Workshop führte.

Müde, aber inspiriert und motiviert verließen am Ende des Abends die Teilnehmenden den Workshop. Und zwar mit konkreten Schritten zur Müllvermeidung und einem genauen Plan zur Umsetzung des selbst erstellten Ferienprogrammes „Rund ums Tetrapak“.

Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit mit dem Team von TOMTEs HOF und sind gespannt auf die Ergebnisse des Ferienprogramms.

Wer Interesse an einer internen Fortbildung oder einem Workshop mit Themenfokus hat, kann uns gerne kontaktieren. Vielleicht ist ja auch unser „Zero Waste Coaching“ spannend für euch?

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