Workshop:

Grüner Leben

Norderney – Prof. Dr. Menger Saal im bade:haus, 01. März 2020, 15 – 18 Uhr

Welche Effekte hat die Landwirtschaft auf unsere Umwelt? Können Städte statt grau auch grün sein? Was müssen wir dafür tun? Wie wirken sich Pflanzen auf unser Leben aus? Und was bedeutet das für unsere Insel?

Diese und ähnliche Fragen wurden am Sonntagnachmittag unter der Leitung von Elisa Bodenstab im Badehaus diskutiert. Entsprechend dem Motto „Grüner leben“ lud der Norderneyer Verein Perpetuum Mobility zum sechsten und letzten Workshop der EU-geförderten Veranstaltungsreihe „Society Clean Up“ ein. Die Teilnehmer tauschten dabei ihr Wissen zum Thema aus, erarbeiteten konkrete Schritte und bepflanzten selbst gemachte Vasen aus Tetra Paks mit Kräutern. Dabei war schnell klar, dass unsere Gesellschaft, die sogenannte „Indoor Generation“, ein Leben mit dem Fokus auf das Drinnen sein führt und dass Pflanzen eine wichtige Rolle zur Vorbeugung physischer und mentaler Probleme spielen. Auch in der Städtegestaltung spielen die „grünen Konzepte“ eine zunehmend wichtige Rolle.

Nach einer kurzen Kennenlernrunde und einem visuellen Einstieg ins Thema, begann das von Franziska Rehage geleitete Umweltquiz, bei dem die Teilnehmenden in drei Teams gegeneinander antraten und ihr Wissen auf die Probe stellten. Dass wir 70 % mehr Ressourcen verbrauchen als unsere Erde geben kann oder nur vier Pflanzenarten 75 % des weltweiten Kalorienbedarfes decken waren dabei nur einige schockierende Fakten. Auch dass laut einer Studie 44,1 % der Haarproben in Deutschland Pestizide enthielten, fanden die Teilnehmenden nicht witzig. Auf die Frage welcher Anteil des Soja-Saatgutes in Lateinamerika bereits genverändert ist, reagierte eine Teilnehmerin wie folgt: „Von 15 % wäre ich überrascht, 30 würden mich schockieren.“ Die korrekte Antwort lag weit darüber.

Nachdem also über Bilder und Zahlen ein konkretes Problem vor Augen geführt wurde, ging es in der folgenden Gruppenarbeit darum, gezielte Schritte für das eigene Leben und umsetzbare Strategien für Norderney zu entwickeln. Dabei ging es im Privatbereich besonders darum, Produkte selbst herzustellen, den eigenen Balkon zu bepflanzen oder selbst zu kompostieren. Ein besonders einfacher und wichtiger Schritt ist beispielsweise Papiertüten oder noch besser keine Verpackungen für den Biomüll zu nutzen, da alles aus Plastik im späteren Kompost landet. Auf Norderney bezogen wurde vorgeschlagen, ungenutzte öffentliche Flächen zu begrünen, auch gern mit Gemüse, so wie es bereits in England umgesetzt wird. Weitere Vorschläge bezogen sich auf spezifische Bereiche wie die Gastronomie oder spezielle Mitmach-Aktionen, bei denen Nachhaltigkeit selbst erfahren werden kann. Besonders der interaktive Austausch wurde gelobt, bei dem die Teilnehmenden von den Ideen der anderen profitieren konnten.

Um die Ideensammlung abzurunden, stellte Frau Bodenstab die sogenannten „Best Practices“ im Bereich „Grüner leben“ vor. Positive Beispiele aus Deutschland und der Welt dienten hier als Inspiration. Dabei ging es von komplett begrünten Gebäuden in Italien über bepflanzte Dächer in Hamburg zu Wurmkisten aus Österreich. Solch eine ist auch schon im Grundschulgarten auf der Insel zu finden.

„Es geht nicht darum das Rad neu zu erfinden, sondern Konzepte, die woanders gut funktionieren, auf individuelle Bedürfnisse anzupassen und umzusetzen“ so Bodenstab.

Wie von den vorherigen Veranstaltungen bereits bekannt, sollte aber nicht nur diskutiert, sondern auch praktisch gearbeitet werden. Diesmal ging es darum, aus Tetra Paks Vasen herzustellen und diese mit Kräutern wie Schnittlauch, Basilikum oder sogar Wildsalat zu bepflanzen. Mit Erde unterstütze uns netterweise Blumen Boekhoff. Dabei waren die Teilnehmenden überrascht wie schnell und einfach sich dieses Vorhaben umsetzen ließ und wie schön das Ergebnis war.

„Natürlich wäre die Vermeidung von Verpackungen der erste Schritt. Wenn dies aber mal nicht geht, ist das die perfekte Lösung. Das mache ich auf jeden Fall nochmal“ sagte eine Teilnehmerin begeistert.

Alle Beteiligten gingen damit nicht nur mit einem gesteigerten Bewusstsein für ihre Umwelt und dem Wert von Grün im eigenen Leben nach Hause, sondern auch mit einem selbstgemachten Produkt, das jeden an seine Vorhaben erinnert.

Falls ihr mehr Details zum Thema „Grüne Städte“ möchtet, schaut doch mal in unseren Blogartikel: „Balkone voller Bäume

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